Fahren mit der Rohloff: Schalten und Transport
Die Rohloff SPEEDHUB 500/14 Ihres Booda hat 14 Gänge in einer geschlossenen Nabe, die im Ölbad läuft. Hier erfahren Sie, wie Sie sauber schalten, welche Geräusche zu ihrem Charakter gehören und worauf Sie beim Schieben und beim Transport des Rads achten.
Schalten
Abschnitt betitelt „Schalten“Alle 14 Gänge werden mit dem Drehschaltgriff geschaltet, einzeln oder mehrere auf einmal. Die Zahl gegenüber der Markierung am Griffgehäuse zeigt den eingelegten Gang.
- Drehen Sie den Schaltgriff in Richtung 14, schalten Sie hoch (schnellere Gänge).
- Drehen Sie den Schaltgriff in Richtung 1, schalten Sie herunter (leichtere Gänge).
Der Gang wechselt im selben Moment, in dem Sie den Schaltgriff drehen, nicht verzögert. Der Schaltvorgang ist abgeschlossen, sobald Sie die Rastung der Nabe im Schaltgriff einrasten spüren. Das funktioniert im Stand ebenso wie während der Fahrt.
Wenn Sie kräftig treten, stehen Teile in der Nabe unter Last, und der Schaltgriff braucht mehr Handkraft. Für einen schnellen, sauberen Gangwechsel nehmen Sie den Pedaldruck beim Drehen des Griffs kurz zurück, ohne das Treten zu unterbrechen. Am leichtesten schalten Sie immer dann, wenn die Kurbeln die obere und untere Stellung durchlaufen, wo die Pedalkraft ohnehin nachlässt.
Bei Rädern mit Shimano-GRX-Hebeln schalten die Hebel die Nabe über eine Gebla Rohbox; siehe Gebla Rohbox: Einstellen, Zurücksetzen und Pflege. Der Hinweis zum Pedaldruck gilt dort genauso.
Fahrgeräusche
Abschnitt betitelt „Fahrgeräusche“In bestimmten Gängen hören Sie zwei Arten von Geräuschen:
- Freilaufgeräusch. Bauartbedingt ist in einigen Gängen der Freilauf zu hören, am deutlichsten in den Gängen 5, 6 und 7. Beim Rollenlassen greifen je nach Gang unterschiedliche Freiläufe, daher klingt das Geräusch von Gang zu Gang anders.
- Verzahnungsgeräusch. Bei hoher Pedalkraft oder hoher Trittfrequenz ist das für Präzisions-Stirnradgetriebe typische Summen zu hören. In den Gängen 1 bis 7 ist es lauter.
Die Rahmenrohre wirken als Resonanzkörper, deshalb kann dieselbe Nabe in verschiedenen Rahmen unterschiedlich klingen; je größer der Rohrdurchmesser, desto stärker die Resonanz.
Auch die Temperatur spielt eine Rolle. Die Nabe ist mit einem Ganzjahresöl gefüllt, das das Freilaufgeräusch dämpft. Bis etwa 25 °C sind die Freiläufe kaum zu hören; bei rund 30 °C wird das Öl dünnflüssiger und sie werden deutlich lauter. Das schadet nicht, denn das Öl schmiert genauso gut. Bei Kälte wird das Öl zähflüssiger.
Wenn ein Geräusch neu ist, sich plötzlich verändert oder zusammen mit Durchrutschen auftritt, lesen Sie Rohloff-Fehlersuche.
Einlaufphase
Abschnitt betitelt „Einlaufphase“Alle Zahnräder und Schaltelemente bestehen aus gehärtetem Stahl. Während der ersten 1000 km werden ihre Oberflächen durch den Gebrauch mikrofein geglättet. Die Fahrgeräusche werden leiser, das Schalten wird leichter. Während der Einlaufphase gibt es keinerlei Einschränkungen.
Schieben
Abschnitt betitelt „Schieben“Wenn Sie das Rad schieben, können sich die Kurbeln mitdrehen. Das Ritzel wird vom Wellendichtring der Nabe leicht mitgenommen; ein sehr leichtgängiges Tretlager macht das deutlicher spürbar. Das ist normal. Ein Tropfen Rohloff Spezial-Reinigungsöl (Art. Nr. 8402), durch die Öffnungen im Ritzel auf den Wellendichtring gegeben, verringert den Effekt.
Transport
Abschnitt betitelt „Transport“Transportieren Sie Ihr Rad mit aufrecht stehendem Hinterrad. Im Auto oder im Flugzeug können sich Temperatur und Luftdruck stark ändern. Liegt die Nabe auf der Seite, können diese Änderungen Öl durch die Dichtungen drücken, weil das Öl dann an einer der Achsdichtungen anliegt. Aufrecht haben sie keine Wirkung.
Ist ein aufrechter Transport nicht möglich, verpacken oder polstern Sie das Rad so, dass austretendes Öl keinen Schaden anrichten kann.
Schützen Sie das Rad beim Transport vor Regen. Ein Rad, das ohne Abdeckung auf oder in einem Fahrzeug transportiert wird, kann Wasser aufnehmen, ebenso eine Nabe, mit der Sie durch tiefes Wasser fahren: Fahren mit der Nabe unter Wasser ist nicht zulässig. Wenn Sie vermuten, dass Wasser in die Nabe gelangt ist, lassen Sie umgehend das Öl wechseln; siehe Rohloff-Ölwechsel.
Was Sie regelmäßig prüfen sollten
Abschnitt betitelt „Was Sie regelmäßig prüfen sollten“- Das Hinterrad sitzt fest im Rahmen: die A12-Schrauben mit 15–20 Nm angezogen, bei einer Schnellspanner-Nabe der Schnellspanner handfest geschlossen (max. 7 Nm). Siehe Rohloff-Hinterrad aus- und einbauen.
- Die Achsplatte links an der Nabe ist korrekt in ihre Abstützung am Rahmen eingehängt, und ihre Schrauben sind gleichmäßig angezogen (3 Nm).
- Die Gehäusedeckelschrauben der Nabe sind fest. Mit Scheibenbremse prüfen Sie das vor jeder Fahrt.
- Die Schaltzüge und die Seilbox (bzw. die Gebla Rohbox) sind ordnungsgemäß befestigt.
- Bei Rädern mit E-14 sind alle Steckverbindungen verbunden, und kein Kabel kann die Speichen oder die Bremsscheibe berühren.
- Bremsscheibe und Bremsbeläge sind frei von Öl und Fett.
- Beim Anfahren, besonders direkt nach einem Gangwechsel, greift der Antrieb korrekt.
- Nach einem Sturz oder Unfall ist kein Teil beschädigt. Fahren mit beschädigten Teilen ist gefährlich.
Kann ich auch im Stand schalten?
Ja. Die Rohloff-Nabe schaltet in dem Moment, in dem Sie den Schaltgriff drehen, und nicht verzögert. Das funktioniert im Stand ebenso wie während der Fahrt. Unter Pedaldruck nehmen Sie den Druck kurz zurück, ohne das Treten zu unterbrechen, dann gelingt der Gangwechsel leichter.
Warum drehen sich beim Schieben die Kurbeln mit?
Das Ritzel wird vom Wellendichtring der Nabe leicht mitgenommen; ein sehr leichtgängiges Tretlager macht das deutlicher spürbar. Das ist normal. Ein Tropfen Rohloff Spezial-Reinigungsöl (Art. Nr. 8402), durch die Öffnungen im Ritzel auf den Wellendichtring gegeben, verringert den Effekt.
Warum ist meine Nabe an heißen Tagen lauter?
Das Ganzjahresöl der Nabe dämpft das Geräusch der Freiläufe. Bis etwa 25 °C sind sie kaum zu hören; bei rund 30 °C wird das Öl dünnflüssiger und sie werden deutlich lauter. Das schadet nicht, denn die Schmierfähigkeit des Öls nimmt dabei nicht ab.